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Travelguide Nova Scotia, Prince Edward Island, New Brunswick

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Die meisten landen in der neuschottischen Urbanität: Der Großraum der Provinzhauptstadt Halifax zählt 400.000 Einwohner. Wer mit dem Schiff anreist, ist gleich mitten drin im städtischen Leben, das sich entlang des Waterfront Boardwalks konzentriert, der sich über hunderte Meter am Hafen entlang zieht. Wassertaxen legen zur gegenüberliegenden Zwillingsstadt Dartmouth ab.

Wer sich für Seefahrergeschichte interessiert, darf das Maritime Museum of the Atlantic nicht verpassen. Eine weitere Kulturinstitution ist das Canadian Museum of Immigration am Pier 21. Es residiert in dem originalen Backsteingebäude, in dem Millionen Einwanderer auf ihrem Weg in ihre neue Heimat kontrolliert wurden. 

Schon die Lokale und Restaurants an der Waterfront lassen es erahnen: Halifax ist auf eine kulinarische Top-Destination, allerdings sollte man Fisch mögen! Fish and Chips gibt es gleich an der Promenade auf die Hand, und Lobster zählt wie in der anderen Seeprovinzen in Nova Scotia zur Hausmannskost. Einen guten Überblick über die Kulinarik bietet eine Local Tasting Tour, wer Zutaten kaufen und gleich selber an den Herd möchte, sucht den Seaport Farmer’s Market  auf. Auch eine brodelnde Craftbeer-Szene hat sich in Halifax entwickelt, die man dringend kosten sollte.

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Wer Halifax Richtung Westen auf der Landstraße 333 verlässt, fährt durch schöne Koniferenwälder und ist bald an einem der schönsten Fischerdörfer Neuschottlands angekommen: in Peggy’s Cove, das auf einer Landzunge liegt, die in die St. Margarets Bay reicht.
Die Küste vor dem Ort sieht aus wie ein Haufen riesiger Kieselsteine, wie Ameisen bevölkern an schönen Tagen die Tagestouristen den Küstenabschnitt, über dessen Spitze, dem Peggy's Point Kanadas wohl meistfotografierte Leuchtturm wacht.

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Vielleicht hat man sie schon mal gesehen – auf einer Postkarte oder als Post im Social Web: die hübschen Kapitänsvillen, ja das ganze Ensemble von Fischerhütten in Lunenburg. Es zählt zum Unesco-Weltkulturerbe, ist aber nur eine der Attraktionen, der einst als erste von deutsche Einwanderern gegründeten Kleinstadt. Denn diese ist auch der Entstehungsort eines nationalen Ikone, die es auch auf eine Briefmarke geschafft hat: 1921 lief in Lunenburg die bekannte »Bluenose«, einst eines der schnellsten Segelschiffe, das auch dem Kabeljaufang diente. Vor Anker liegt heute der Nachbau »Bluesnose II«, mit dem Touristen ablegen können.

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Wer lieber ins Paddelboot steigt, findet im Kejimkujik Nationalpark beste Bedingungen – und darf sich auch gleich auf den Spuren der First Nations wähnen. Die weit verzweigten Läufe und Arme der Binnengewässer nutzten die Ureinwohner einst, um zur Bay of Fundy und zurück zu gelangen (Touren etwa über The Keji Outfitters in Jake’s Landing).

An der Bay of Fundy selbst wartet ein anderer, einzigartiger Bootsspaß. Weil der Shubenacadie River im Rhythmus des weltgrößten Tidenhubs, der zweimal täglich 160 Milliarden Tonnen Wasser in die große Bucht herein und wieder heraus fließen lässt, ebenfalls seine Fließrichtung umkehrt, wird das »Tidal Bore Rafting« möglich, bei dem bis zu drei Meter hohe Flutwellen im Gummiboot bewältigt werden

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Die längsten Brücken der Welt befinden sich allesamt in China oder Taiwan – doch die längste, die über Gewässer führt, das im Winter gefriert, verbindet New Brunswick mit Prince Edward Island – kurz PEI. Auf dem Weg in die kleinste kanadische Provinz mit der großen Geschichte, ist man schon auf einer der größten Sehenswürdigkeiten der Insel unterwegs.

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Verglichen mit ostasiatischen Bauwerken ist die über die Northumberland Strait führende 12,9 Kilometer lange, 1997 eingeweihte Confederation Bridge kurz, aber ihr Name könnte auf kaum ein bedeutsameres Ereignis in der Geschichte Kanadas hinweisen. Denn in Charlottetown, das man nach einer Autostunde auf PEI Richtung Westen erreicht, wurde der Grundstein für den Staat Kanada gelegt. Doch bevor man in der Geschichte schwelgt, einmal Umdrehen bitte nicht vergessen: In Borden-Carleton, ersten Inselort, hat man den besten Blick auf die beeindruckende Brücke, die die Einheimischen Fixed Link nennen.

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1864 trafen sich in der Inselhauptstadt Charlottetown Vertreter der britischer Kolonien in Nordamerika und über einen Zusammenschluss - die Konföderation. Drei Jahre später, am 1.7. 1867 segnete Königin Victoria das entsprechende Gesetz ab. Dieser Tag gilt als die Geburtsstunde Kanadas, und der 1. Juli ist heute Nationalfeiertag. Das Provence House an der Great George Street, in dem die bekannte Konferenz stattfand, ist heute Sitz des Parlaments.

Viktorianisch ist auch die Architektur der 35.000 Einwohner zählenden Inselhauptstadt. Schmuckstück dieser Epocheist die St. Dunstan's Basilika. Wer shoppen gehen will, schlendert entlang der autofreien Victoria Row mit ihren vielen Boutiquen und Restaurants. Auch der Stadtpark ist nach der Königin des Empire benannt. Am Ende des Victoria Parks befindet sich die Festungsanlage Prince Edward Battery.

Charlottetown, ihrerseits benannt nach einer anderen britischen Königin, der Ehefrau Georg III., ist gut zu Fuß zu bewältigen – etwa auf einem geführten Spaziergang mit Guides in historischer Kleidung .
Wer aber viele der Sehenswürdigkeiten bequemer abklappern möchte, besteigt einen Doppeldeckerbus - oder stilechter ein Pferdekutsche.

Kulturelles Highlight ist das zum 150. Geburtstag Kanadas 2017 eingeweihte Confederation Centre of the Arts, in dem unter anderem berühmte Werke kanadischer Künstler ausgestellt sind. Jedes Jahr im Sommer steigt zudem das Charlottetown Festival mit Theatervorstellungen und viel Musik. Traditionell seit 1965 aufgeführt wird »Anne of Green Gables«, das bekannteste kanadische Musical.
Als das weltweit längste ununterbrochen aufgeführte Spektakel seiner Art steht es sogar im Guinness-Buch der Rekorde.

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PEI ist eine Food-Insel. Hummer und Meeresfrüchte werden allerorten angeboten, so auch in den hübschen Boardwalk-Restaurants im ebenfalls viktorianisch geprägten Georgetown, weitere 60 Kilometer Richtung Westen an der Ostküste. Doch in dem Städtchen, das mit dem Schiffsbau bekannt wurde, gibt es ein besonderes Angebot für Hungrige:  der Giant Bar Clam Dig. Dabei steigen Teilnehmer mit Taucherbrille, Schnorchel und Rechen ins Boot und später ins brusthohe Wasser, um handtellergroße Muscheln zu sammeln.
Gekocht wird die Ausbeute später mit Seewasser, Topf und Gaskocher am Strand. Wer sich eher für Eisenbahngeschichte interessiert, wird in Elmira fündig, das unweit des östlichsten Zipfels der Insel liegt. Dort endete die Strecke der Inseleisenbahn. Der Betrieb wurde 1989 eingestellt – unter anderem daran erinnert das örtliche Eisenbahnmuseum.

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Reines Badevergnügen, ein für Kanada eher untypischer Spaß - wartet im Basin Head Provincial Park, das man über den Points East Coastal Drive erreicht.
Im Sommer wirbt man dort mit »traumhaft warmem Wasser« und »singendem Sand«. Der Strand ist 14 Kilometer lang, und weil der Sand viel Siliziumdioxid und Quarz enthält, fängt er an zu quietschen, sobald man barfuß auf ihm läuft. Das Basin Head Fishery Museum klärt darüber auf, dass es hier einmal mehr Fischer als Touristen gegeben hat.

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Sein Eisenbahnerbe hat Elmira heute umgemünzt, denn hier endet bzw. beginnt der 435 Kilometer lange  Confederation Trail, der größtenteils entlang der alten Bahntrasse verläuft. Über 273 Kilometer führt die Schotterpiste nach Tignish im Nordwesten, samt Nebenwegen addiert sich die Gesamtlänge auf 435 Kilometer. Die Steigungen sind moderat – was Wanderer und Radfahrer aller Fitnesslevel freuen dürfte. Im Winter, wenn sich die Insel aufgrund der klimatisch günstigen Bedingungen verlässlich in eine Schneelandschaft verwandelt, hat von Dezember bis März die PEI Snowmobile Association ein exklusives Nutzungsrecht. Für die Touristen heißt das: rauf aufs Schneemobil.  

Die Anzahl der Attraktionen des Confederation Trails ist groß, wie allein ein Blick auf die Übersichtskarte zeigt. Man durchreist einen landschaftlichen Flickenteppich, kommt an Klippen, Stränden und Leuchttürmen vorbei, und muss schon die Augen verschließen, um nicht etliche Leuchttürme zu entdecken, denn PEI hat mit 63 an der Zahl unter den kanadischen Provinzen die höchste Dichte dieser Art Bauwerk.

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Im Norden der Insel am Sankt-Lorenz-Golf erstreckt sich der Prince Edward National Park über 60 Kilometer Länge in drei Teilgebieten. Der abgelegene östliche Teil bei Greenwich ist von einer weitläufigen Dünenlandschaft geprägt, die Sandhaufen dort sind die höchsten der Provinz. Über ein Wegenetz können sich Besucher das dreieinhalb Quadratkilometer große Areal, das sich mit 300 Arten auch für die Vogelbeobachtung lohnt und in dem zur Saison die Weidenröschen blühen, erschließen. Anlaufpunkt ist das Greenwich Interpretation Centre.

Ein Kleinod der Hotellerie ist das historische königliche Sommerhaus Dalvay-by-the-Sea, erbaut 1895 von Ölmagnat Alexander MacDonald. Hier machten 2011 auf ihrer Hochzeitsreise auch Prinz William und Herzogin Kate Station. Seitdem boomt der Hochzeitstourismus auf dem Anwesen, das landschaftlich schön zwischen dem Dalvay Beach und dem Dalvay Lake mitten im Nationalpark liegt und nach einem Ranking zu den zehn romantischsten Orten Kanadas zählt.

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Im Westen von PEI stößt man ins landwirtschaftlich-kulturelle Herz der Insel vor. Hummer, Riesenmuscheln und Fisch aller Arten werden wie in allen Seeprovinzen groß geschrieben, doch der Spitzname der Provinz lautet dennoch: die Kartoffelprovinz. Jährlich 1,3 Millionen Tonnen werden erzeugt – und damit ein Drittel der gesamten kanadischen Kartoffelproduktion. Zum Hummer gibt es auf PEI typischerweise: Kartoffelsalat.

In O’Leary empfängt das Canadian Potato Museum Gäste, das mit der »weltweit größten Ausstellung von Kartoffel-Artefakten« wirbt. Eine Abteilung widmet sich der historischen Karriere  der Kartoffel von ihren Anfängen als Wildnahrungsquelle in Südamerika bis zu einer der meistverbreiteten Nutzpflanzen überhaupt. Nicht verpassen kann man das Museum mit der überdimensionalen Fiberglaskartoffel vor dem Eingang. Und echte Kartoffelfans sollten das Kartoffelblütenfest Ende Juli in O'Leary nicht verpassen.

Im äußersten Westen unterwegs, werden Besucher zwangsläufig auch auf dem North Cape Drive unterwegs sein, der die Nordwestspitze PEIs einmal umrundet. Ein verschlafenes Dorf Jagd das andere, ein malerischer Küstenabschnitt den anderen. Rote Klippen, rote Sandstrände und immer wieder die Möglichkeit anzuhalten, Meeresfrüchte zu essen,  für eine Tour ins Kayak zu steigen oder einen Bootstrip zum Hochseefischen zu buchen.

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Wer noch eine Nacht auf PEI verbringen will, bevor er die Insel wieder verlässt, kann das auf unvergessliche Weise tun: Das 21 Meter hohe West Point Lighthouse. 1875 erbaut und heute nicht mehr in Betrieb, bietet der Leuchtturm für zahlende Gäste Schlafkojen. Das ist vielleicht nicht die luxuriöseste Art einzuchecken. Formidabel ist dafür die Aussicht aus dem 21 Meter hohen Bauwerk auf die Northumberland Strait. Auch wenn als Hotel einmalig, ist eine Nacht im Leuchtturm doch auch typisch PEI. Denn mit einer Anzahl von 63 weist die kleinste Seeprovinz Kanadas die höchste Dichte an Leuchttürmen in ganz Nordamerika auf.

War die Anfahrt über den Fixed Link Richtung Insel noch kostenfrei, werden Verkehrsteilnehmer auf dem Rückweg zum Festland abkassiert: 47 Dollar pro PKW kostet der Abschied von PEI über die Confederation Bridge.

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New Brunswick ist unter den Seeprovinzen die bergigste – hier enden die nördlichsten Ausläufer der Appalachen; höchste Erhebung ist der Mount Carleton mit 820 Metern. Auch weil 80 Prozent der Provinz bewaldet sind, spielt sich der Tourismus hauptsächlich an den Küsten ab – zumal mit der Bay of Fundy im Süden ein Naturwunder lockt. Auch in New Brunswick kann das Schauspiel des gigantischen Tidenhubs beobachtet werden. Weil das Wasser der Bucht vergleichsweise warm wird, kommen auch Badegäste. Es gibt lange Wanderwege, Kayakreviere, Walbeobachtungstouren.

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Wer von PEI anreist, kann gleich in Kuriosum ansteuern: den Magnetic Hill in Moncton, der im 19. Jahrhundert noch für ein Naturphänomen gehalten wurde. Wer ihn mit seinem Auto am Fuß des Berges hält, scheint wie von Geisterhand rückwärts den Berg wieder hinauf zu rollen. Selbstredend trotzt hier niemand der Schwerkraft. Vielmehr handelt es sich um eine optische Täuschung: Weil der Horizont als Bezugspunkt nicht sichtbar ist, scheint die Straße bergauf zu führen, dabei geht es zunächst einmal ein Stück bergab.

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Ein riesiger Hummer aus Fiberglas – es soll mit zehn Metern Länge die weltgrößte Skulptur ihrer Art sein – zeigt es weiter oben an der Atlantikküste am Ortseingang an: Shediac ist die selbsternannte Hummer-Welthauptstadt. Jedes Jahr im Juli wird in der einst von akadischen Einwanderern gegründeten Siedlung ein großes Hummerfestival gefeiert, auf dem unter anderem die längste Lobster Roll zubereitet wird, 2018 bemaß sie sich auf über 60 Meter. Vor der Küste des nahen Kouchibouguac Nationalparks faulenzen Robben auf Sandbänken, an Land gedeihen 20 Orchideenarten. Die Sanstrände sind weit, und im Sommer wird das Meer mit 20 Grad sogar ostsee-warm.

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Weiter oben im Norden, an der Caraquet Bay, wird in einem hübschen Museumsdorf Immigrationsgeschichte veranschaulicht. Dort, wo die geografischen Bezeichnungen noch heute französisch klingen, kamen im 16. und 17. Jahrhundert französische Einwanderer an, die sich in der Kolonie Akazien niederließen, die auch Teile von New Brunswick umfasste. Im Museumsdorf repräsentiert wird das Leben der Akadier genannten Nachkommen, wie sie es lebten.

Gäste können zusehen, wie einst Fisch getrocknet, Wolle gesponnen, Heu gemacht oder geschmiedet wurde. Im Dorfrestaurant werden akadische Gerichte gekocht, die größtenteils aus Meeresfrüchten bestehen, darunter Austern, die die Einwanderer schon aus ihrer Heimat kannten.
Wer es derber mag, macht auf der Weiterreise Halt in Florenceville-Bristol, das als French Fry Capital of the World vermarktet wird. Hier hat der Frittenriese McCain seinen Sitz  der seine ofen- bzw. friteusenfertigen Erzeugnisse auch an McDonald's verkauft.

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Noch die meisten Touristen, die es ins Landesinnere zieht, steuern die beschauliche Provinzhauptstadt Fredericton an. Knapp 60 000 Einwohner hat das Universitätsstädtchen, das in dieser Hinsicht ein ganz besonderes ist: Denn als 1785 das King’s College eröffnet wurde, leistete man bildungselitäre Pionierarbeit. Die heute als University of New Brunswick geführte Einrichtung ist die älteste öffentliche Uni in Nordamerika. Aber dafür ist die Stimmung in der Stadt entsprechend jung, locker und voller Lebensfreude!

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Fredericton ist ein schön am Saint John River gelegenes kanadischen Provinzstädtchen. Der Fluss zeigt schon mal die Richtung für die Weiterreise an, denn er mündet in der Bay of Fundy. Doch vorher kann man sich auf diversen Bauernmärkten von der Vielfalt lokal erzeugter Lebensmittel überzeugen, die auch hier unter dem Slogan »Farm to Table« angepriesen werden. Rund 250 Landwirte und lokale Produzenten aus Fredericton und Umgebung treffen sich jeden Samstag auf dem Fredericton Boyce Farmers MarketGemüse, Fleisch, Milchprodukte, Brot sind das Erwartbare; Marmelade aus wilden Heidelbeeren, frisch vom Baum »gezapfter« Ahornsirup und Dulse, ein traditioneller Seetang-Snack, die Spezialitäten.

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St. Andrews am nördlichen Ufer der Bay of Fundy ist ein kleines Nest von nicht einmal 2.000 Einwohnern. Doch gibt es Gründe, es als Hauptstadt der Walbeobachtung zu bezeichnen. Eine erkleckliche Anzahl an Unternehmen vor Ort bietet Touren an (z.B.:  Island Quest Marine Whale and Wildlife Cruises, Fundy Tide Runners und Jolly Breeze Tall Ship). Was sich von anderen Wal-Angeboten unterscheidet? Die Chancen auf Sichtung sind aufgrund der Lage St. Andrews an der Öffnung der Bucht sehr hoch – bis zu zwölf Walarten müssen hier auf ihrer Nahrungssuche vorbei, darunter Buckelwale, Finnwale, Zwergwale und die seltenen Glattwale sowie Delfine. Die Saison läuft vom Frühjahr bis in den Oktober, wobei der August der beste Monat ist. In See gestochen wird mit Schlauchbooten, der auch Segelschiffen. Schon in der Passamaquoddy Bay von St. Andrews sind die Gezeitenunterschiede mit um die sieben Meter riesig: Bei Ebbe kann man die gegenüber liegende Ministers Island auf dem Meeresboden erwandern. Nur sollte man im Kopf haben, wann die nächste Flut kommt.

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Eines der spektakulärsten Gezeitenschauspiele bieten die Reversing Falls auf der Weiterfahrt Richtung Westen in Saint John. Die Stromschnellen am Saint John River wechseln im Rhythmus von Ebbe und Flut ihre Fließrichtung. Die Flut steigt so schnell und kraftvoll, dass sie Wasser in die Mündung des St. John River zurückdrängt. Dabei wird es über einen Felsvorsprung gedrückt und bildet dort einen Wasserfall entgegen der eigentlichen Fließrichtung. Am besten beobachten lässt sich das quirlende Wasser von einem Skywalk mit Glasboden auf der stählernen Saint John Bridge. Ein weiterer Aussichtspunkt für den intensiven Wasserrausch ist der nahe gelegene Fallsview Park, in dem sich der UNESCO-gelistete Stonehammer Geopark mit vielen Outdoor-Angeboten befindet.

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Die Stadt selbst, Neubraunschweigs größte und wichtiger Handelshafen, ist reich an viktorianischer Architektur, die sich dem Großen Brand von 1877 verdankt, der 20 Straßenzüge zerstörte, die in diesem Stil wieder aufgebaut wurden, allen voran die Prince William Street. Verschont blieb neben der 1825 erbauten St. John's Anglican Church der City Market, Kanadas ältester fortlaufender Bauernmarkt.
Östlich von Saint John empfängt Automobilisten der Fundy Trail Parkway. Wer nicht viel Zeit hat, kann auf der 30 Kilometer langen Küstenstraße die Schönheit der Felsen, Buchten, Strände und Klippen der Bay of Fundy vom Fahrersitz aus betrachten. Die Straße beginnt in St. Martins. Entlang der Strecke gibt es aber auch immer wieder Zugänge zu Wanderwegen, die zum Beispiel zu den Flowerpot Rocks führen, algenbewachsene Felsen in der Bay of Fundy, die bei Ebbe aussehen wie üppig bepflanzte Kübel, Wasserfällen oder einer 84 Meter langen Fußgängerhängebrücke, die den Big Salmon River überspannt.

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Weiter im Nordosten, wo der Goose River in die Bucht fließt, beginnt der Fundy National Park , der weitgehend unbebaut ist und von noch dramatischeren Klippen, Meereshöhlen und fantastischen Felsformationen geprägt ist, die die Gezeiten im Laufe der Jahrtausende formten. Alternativ zum Auto, kann man über der Fundy Footpath die 30-Meilen-Strecke durch die Wildnis auch zu Fuß bewältigen.

Tor zum Nationalpark ist Alma, das wie andere Orte an der großen Fundy-Bucht auch sich einen Slogan auf den Wimpel schreibt »Home of the highest Tides in the World«. Während sich in Frühjahr und Herbst viele Vogelfreunde unter die Wanderer mischen, weil viele Arten sich von dem ernähren, was sie im Watt finden, kommen im Winter Besucher zum Skilanglauf, das auf über 40 Kilometer langen Loipen möglich ist.
Gibt es im Nationalpark einen Ort für Besucher mit gesteigertem Bewegungsdrang, so ist dies Cap Enrage mit seinem gebündelten Angebot an Outdoor-Aktivitäten.

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Von den zerklüfteten Klippen, auf denen ein kleiner Leuchtturm wacht, ist die Aussicht auf die Bay mal wieder fantastisch. Das Kap ist auch ein guter Sport, um den Tidenhub von über 16 Metern aus sicherer Entfernung von oben zu betrachten. Doch viele der Besucher wollen sich vor dieser Kulisse auch betätigen – Abseilen, mit der Zipline durch die Luft sausen, Klettern oder Kajak fahren lernen, hier ist vieles möglich. Eine Besonderheit ist der Barn Marsh Island Beach, der nur bei Ebbe völlig frei liegt und ein heißer Tipp für Fossiliensammler ist. Die urzeitlichen Abdrücke stammen aus dem Sedimentgestein der bis zu 40 Meter hohen Klippen und sind 320 Millionen Jahre alt.

Einen ehrwürdiger Schlusspunkt einer Reise entlang der Nordküste der Bay of Fundy bildet das Hopewell Cape mit den bekannter Felsen.
 Bei Flut nur kleine, baumbestandene Inselchen, die man auf geführten Touren mit dem Kayak umrunden kann, werden die Rocks bei Ebbe zu riesigen Sedimentgebilden, von denen Treppenstufen hinab auf den Meeresgrund führen. Schilder des Besucherzentrums erklären die Entstehung der Säulen. Ranger passen auf, dass der Strand geräumt ist, bevor die Flut hereinbricht. Denn die Bay of Fundy ist eine Attraktion, vor allem aber Ort einer Naturgewalt.

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