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Los geht's

Traumreise durch British Columbia

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Von Jennifer Latuperisa-Andresen
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Der Highway 20 schlängelt sich mehr als 450 Kilometer durch ein einsames hügeliges Gebiet, das zwischen spektakulär fotogen und Einöde schwankt. Er führt westlich von Chilcotin von Williams Lake ins Bella Coola Valley.
Unterwegs werden ein paar Dörfer der Ureinwohner passiert, wer Lust hat, sollte einen Abstecher zum Farwell Canyon machen (den wir leider nur im Regen erleben durften) – ansonsten geht es vorbei an einigen Provincial Parks und einsamen Seen.
Lange Zeit sprachen die Anwohner und Urlauber mit Sorge in der Stimme über den Highway. Weil die Strecke in großen Teilen aus Schotterpisten bestand. Das hat sich jedoch geändert, heute ist der Highway 20 zum größten Teil gepflastert.
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Gisela hatte den Rotkohl schon im Topf auf dem Herd, als wir die Clearwater Lake Lodge am gleichnamigen See betreten. Damals aus Bonn gekommen, führt das Paar die Lodge nun schon seit vielen Jahren mit sehr viel Herzblut. Dabei sind Giselas Kochkünste in der Region mittlerweile weitgehend bekannt, sodass sich auch die einen oder anderen Gäste nur zu einem Abendessen hier einfinden.
Wer länger bleibt, der kann seine private Blockhütte am See mieten oder wohnt im Haupthaus in einem der urigen Zimmer. Zahlreiche Berühmtheiten haben die Gastfreundschaft des herzlichen und sympathischen Paares schon genossen. Wir haben eine Ahnung warum und träumen auch heute noch von Giselas Rotkohl in der kanadischen Wildnis.
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Doch der nicht asphaltierte Abschnitt hat es allerdings in sich. Warum erklärt uns Donn – der Besitzer des Retreat Wilderness Inn.

(Natürlich sind wir nicht so schnell gefahren. Dieses Video ist ein Zeitraffer.)

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The Hill ist eine 30 Kilometer lange Schotterpiste. Die Strecke führt von Heckman's Pass auf 1.524 Metern Höhe über eine Reihe von Serpentinen hinab ins Tal. In unserem Fall hatten wir Ende September oben Schnee und sind bei bestem T-Shirt-Wetter im Tal, und somit auf Meereshöhe, angekommen. Wer sich die Zeit nimmt, kann die sensationelle Aussicht genießen. Brenzlig wird es eigentlich nicht. Die Sorge muss nicht allzu groß sein.
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Der südliche Abschnitt des Tweedsmuir Provincial Park, der das Chilcotin und das östliche Ende des Tals umfasst, ist der zweitgrößte Provincial Park in British Columbia. Er ist kaum erschlossen und wirklich perfekt für herausfordernde Abenteuer in dem unberührten Küstenregenwald.
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Die Tweedsmuir Park Lodge liegt seit 1929 am Rande des Provincial Parks unmittelbar am Atnarko Fluss. Die einstige Jagdhütte zählt heute mit ihren elf Cabins zu den luxuriösesten Unterkünften von British Columbia. Und insbesondere im September - der Bärensaison - sind die Preise hoch und die Nachfrage ist enorm. Denn inmitten der Hütten ist eine Rasenfläche auf der sich gerne auch mal Grizzlybären tummeln. Deswegen bekommt jeder Gast eine ausführliche Einweisung und eine Erläuterung, wie man mit einer Bärenbegegnung umgehen sollte.

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Apropos Bär: Von Ende August bis Mitte September können Gäste der Tweedsmuir Park Lodge auf dem angrenzenden Fluss Atnarko geführte Bootstouren mitmachen, bei denen Grizzlys beim Lachsfang beobachtet werden können.
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Ich war schon einmal im August in Bella Coola und habe - obwohl es die Hauptstadt der Grizzlys ist - keinen einzigen Bären zu Gesicht bekommen. Insgesamt musste ich 25 Mal nach Kanada reisen, um einen Grizzly in freier Wildbahn zu erleben. Deswegen war diese »Begegnung vom Schlauchboot« schon etwas ganz besonderes. Im Hintergrund sieht man übrigens den Lookout der Tweedsmuir Lodge. Nur um sich noch einmal bewusst zu machen, wie mittendrin im Geschehen diese Lodge wirklich platziert ist.
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Eigentlich wollten wir nur einen Spaziergang durch die Wälder machen, als wir eine Menschentraube am Wegesrand beobachten, die sich hinter den Büschen versteckt. Da wird einem klar: Ein Grizzly ist nicht weit. Also raus aus dem Auto und langsam angepirscht, um einen Blick auf die Bären zu erhaschen. Und hey! Wir hatten Glück - es waren Mutter und Kind und dank der kleinen Erhöhung war es die perfekte Sicht. 
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Silbrig schimmert das Lachsweibchen im seichten Wasser der Seitenarme des Bella Coola Rivers. Dicht unter der Oberfläche schwimmen die Lachse zum Greifen nah. Es sind die letzten müden Flossenschläge, denn das Weibchen hat sich bereits weit flussaufwärts gekämpft, um in die Laichgründe zu gelangen. Um aber das Ziel ihrer ermüdenden Reise zu erreichen, eben das Laichen, stehen dem Lachs viele hungrige Bären im Weg. Breitbeinig und mit wachen Augen stehen sie meist mitten im Fluss und reißen nur bequem das Maul auf, wenn die Lachse sich ihren Weg nach oben erhüpfen. Genau das passiert im Bella Coola Valley, wenn im Spätsommer die Lachse zu Tausenden aus dem Pazifik  zu den Flüssen zurückkehren, in denen sie selbst einst geschlüpft sind. Herzerwärmend ist die Beobachtung der kleinen Bären, die von Mama das Lachsfangen fleißig erlernen.
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Das grüne Bella Coola Valley ist das Herzstück des Great Bear Rainforest, einem üppigen bewachsenen Landstrich mit großen Waldflächen, reißenden Flüssen und jeder Menge Wildtiere. Der Ort ist etwas ganz besonderes, zumindest empfinde ich das so, wenn ich hier bin. Aber da bin ich nicht die einzige. Geoff, einem Kanadier, der öfter in die Region reist, um sich von seinem Alltag zu erholen, geht es ganz genauso.

Ach ja, und seine drei To-Do's haben wir natürlich auch gemacht.

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Inseln sind in der Flussmündung des Bella Coola Rivers zum Pazifik entstanden und bieten dabei Lebensraum für zahlreiche Seevögel, Weißkopfadler oder eben auch Grizzlybären, die ab und zu mal ihren Kopf aus dem Gestrüpp strecken. Ansonsten ist es eine Fahrt in die bombastische Natur. Leonard von Bella Coola Grizzly Tours nimmt Interessierte mit und hat dabei ein Picknick im Gepäck. Und während man einen Keks im Blechbötchen mümmelt, erscheint die großartige Aussicht noch mehr wie eine prächtige Filmkulisse.
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Bella Coola ist ein spiritueller Ort: Hier leben seit tausenden von Jahren die Nuxalk, die in den Wäldern ihre spirituellen Orte haben. Zu den Petroglyphen (prähistorische, in Stein gearbeitete Felsbilder) kann man als Reisender Touren unternehmen, bei denen beispielsweise Clyde Young erzählt, was diesen Ort besonders macht.

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Jeder Stein, den uns Clyde in den Wäldern zwischen den alten Zedern zeigt, hat für die Nuxalks eine tiefe Bedeutung. Es gibt zudem Theorien darüber, dass die Maori schon vor Jahrtausenden an diesem Platz zu Besuch waren und ebenfalls hier ihre Spuren hinterlassen haben. Auch darüber wird innerhalb des Stammes diskutiert und geforscht. Insgesamt sind die Nuxalk ein sehr kreatives Volk mit zahlreichen bildenden Künstlern. Zudem kämpft der Stamm um das Überleben seiner Sprache und Traditionen.

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Das Angebot der Aktivitäten ist fast grenzenlos. Ebenso die Wanderwege. Man kann durch die Täler streifen, vorbei an großen Treibhölzern oder an verborgenen Wasserfällen. Oder die Flüsse entlang spazieren und die Lachse beim Springen beobachten. Wer es sich leisten kann, sollte das Heli-Hiking probieren. So wie beim bereits bekannten Heli-Skiing wird man von einem Hubschrauber auf den Coast Mountains abgesetzt und kann auf dem Bergrücken die Landschaft erobern und erkunden. Die Ausblicke sind der Wahnsinn! Und das Beste ist, der Hubschrauber holt einen auch wieder ab!



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Eine der wohl ungewöhnlichsten und fotogensten Übernachtungsmöglichkeiten in British Columbia befindet sich schräg gegenüber des Hafens von Bella Coola. Es ist eine alte Konservenfabrik, die einsam und verlassen am Fuße der Berge liegt.
Abenteuerlustige werden dank der traumhaften Lage, dem Entdeckerpotential (Es handelt sich praktisch um ein Geisterdorf, das ein florierender Arbeitgeber für viele war. Dementsprechend gibt es noch ein Lädchen, verfallene Lagerhallen und einen Strand.) und dem mystischen Flair einen faszinierenden Aufenthalt im Bed and Breakfast erleben. Aber auch Tagestouristen können sich einfach nur abholen lassen und einmal vorbeischauen.
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Ab Juni 2019 fährt die Northern Sea Wolf - eine Fähre der BC Ferries - von Bella Coola nach Port Hardy auf Vancouver Island. 150 Passagiere finden auf ihr Platz mit 35 Autos. Was das bedeutet? Früh die Reservierung buchen, um sich am Wunschtag tatsächlich den Platz zu sichern. 
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Die Ausfahrt Richtung Vancouver Island führt durch North Bentinck Arm, einen von Gletschern gespeisten Fjord, der vom Pazifik 40 Kilometer ins Landesinnere hineinragt. 
Und wie die Beschreibung des Fjords ist auch die Aussicht beim Verlassen des Traumortes Bella Coola. Samt zerklüfteter Berge, wolkenbehangener Gipfel und tierischer Begleiter.
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Viele der Passagiere verbringen die gesamte Fährzeit an Deck und halten nicht nur Ausschau nach der grandiosen Traumlandschaft, sondern auch nach Meeresbewohnern, die die Fähre gerne für ein Weilchen begleiten. Dazu gehören neben Walen auch Delfine.
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Die Fähre selbst serviert natürlich warmes Essen und Getränke sowie Gebäck und Kaffee. Verhungern wird garantiert niemand an Bord. Außer man vergisst vor lauter Gucken und Staunen zu essen.

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Bedenkenträger können sich getrost beruhigen. Das Ein- und Ausfahren von der Fähre ist ein gut organisiertes Kinderspiel. Die Ausfahrt findet in Port Hardy an dem Nordzipfel von Vancouver Island statt. 
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Port Hardy ist eine praktische Ausgangsbasis für die vielen Outdoor-Abenteuer im schroffen Norden. Außerdem kann man hier eine kurze Pause einlegen, bevor es auf Entdeckungstour durch Vancouver Island geht.
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Die Insulaner des Südens – also alle, die südlich des Campbell Rivers leben - schwören Stein auf Bein, dass es oben im Norden absolut nichts zu sehen gäbe. Im Norden nimmt man es gelassen.
Abseits der nachbarschaftlichen Rivalitäten wird man jedoch schnell feststellen: was der riesigen, fast die Hälfte der Insel umfassende Region an Infrastruktur und Leben fehlt, macht sie durch Charakter und Naturschönheit mehr als nur wett. Und wenngleich abgelegen, sind einige Gebiete für geübte Wanderer bemerkenswert gut erschlossen. Besonders das Gebiet am North Coast Trail.
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Wale können vor der Küste von Telegraph Cove bestaunt werden. Nirgends auf der Welt habe ich eine ähnliche Dichte an Buckelwalen bei einer Tour gesehen. Um ehrlich zu sein, fand ich es auch wesentlich komfortabler, mich auf dem großen Schiff von Stubbs Island Whale Watching bewegen zu können. Stubbs war einer der ersten Anbieter des Whale Watchings und hat deshalb reichlich Erfahrung.
Telegraph Cove selbst ist ein niedliches, touristisches Örtchen, das heute noch mit den historischen bunten Pfahlbauten im Yachthafen eine echte Augenweide ist.
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Bekannt geworden ist Telegraph Cove insbesondere durch die Orcas, die in der Johnstone Strait zu beobachten sind. Aber auch Robben und Adler lassen sich auf einer Tour entdecken. Wer mag, kann sich auch auf die Suche mit dem Boot nach Grizzlys machen, die sich von Zeit zu Zeit an den Stränden und Meeresarmen blicken lassen.
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Natürlich geht es für die meisten Reisenden weiter nach Tofino, Victoria und dann auch nach Vancouver. Alles Reiseempfehlungen, die ich blind unterschreiben würde.

Wer unsere gesamte Tour im Blick haben möchte, schaut einmal hier vorbei.

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